Ventilatorauswahl

Ventilatoren können nach verschiedenen Methoden ausgesucht werden:

Im Folgenden möchten wir einige praktische Hinweise geben. Für eine weitergehende Darstellung der Ventilatortechnik finden Sie im Kapitel 9 "Ventilator Grundlagen" im Gesamtkatalog im Downloadbereich unter 'Broschüren & Kataloge'.

 

Ventilatorkennlinie

Alle Ventilatorkennlinien beziehen sich auf einstufige Ventilatoren. Sie sind auf einem Normprüfstand gemäß DIN 24 163 aufgenommen mit freiem Eintritt und Austritt. Alle angegebenen Daten beziehen sich grundsätzlich auf die Normdichte = 1.2 kg/m3.

Gestörter Eintritt und/oder Austritt führt zu Druckverlusten und Volumenstromminderungen, die vom Planer bei den Vorgabedaten für den Ventilator berücksichtigt werden müssen.

Anlagenkennlinie

Jede Anlage hat eine charakteristische Anlagenkennlinie, die häufig einer Parabel ähnelt, mit einer mehr oder weniger großen Nullpunktverschiebung.

Betriebspunkt

Der Schnittpunkt zwischen der Anlagenkennlinie und der Ventilatorkennlinie ist der Betriebspunkt (auch Arbeitspunkt genannt). Man versucht den Betriebspunkt so nah wie möglich an den Punkt höchsten Wirkungsgrades der Ventilator-Kennlinie zu legen, um den Kraftverbrauch und die Geräuschentwicklung zu minimieren.

Besonders bei Axialventilatoren und einigen anderen Ventilatortypen muss außerdem darauf geachtet werden, nicht in den Abrissbereich des Ventilators zu kommen.

 

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Wellenleistung

Die Wellenleistung des Ventilators berechnet sich wie folgt:

$ P_{w}= \frac {\dot{V}[m^{3}/h] \cdot \Delta p_t[Pa]} {3600[s/h] \cdot \eta [1] \cdot 1000[w/kW]} \; in \; kW $

Wobei

  • $ \dot{V} $ der Volumenstrom $ m^{3}/h $
  • $ \Delta p_t $ die Gesamtdruckerhöhung $ Pa $
  • $ \eta $ der Ventilatorwirkungsgrad

im Betriebspunkt sind.

Motorreserve

Die Anlagenkennlinie ist häufig nicht genau bekannt. Dichtevariationen können zu großen Abweichungen führen. Wenn keine besonderen Verhältnisse vorliegen empfiehlt sich als Faustregel bei Axialventilatoren eine Reserve von 10 - 15 % und bei Radialventilatoren von 10 - 25 %.

Umfangsgeschwindigkeit

In Abhängigkeit des Laufradmaterials stellt die Umfangsgeschwindigkeit eine Begrenzung der maximal zulässigen Drehzahl eines Ventilators dar. Im Anhang zur Beschreibung des Computer-Selektionsprogramms sind die für WITT&SOHN typischen Maximalgrenzen festgelegt. Falls höhere Werte notwendig sind, fragen Sie bitte bei uns an. Mit technischen Maßnahmen und anderer Materialauswahl können höhere Werte erreicht werden.

Totaldruckerhöhung am Ventilator Einbauarten nach ISO 5801

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B   Frei ansaugend, druckseitig angeschlossen.

Gesamtdruckerhöhung:

$ \Delta p_t = p_{s2} + p_{d2} $

 

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C   Frei ausblasend, saugseitig angeschlossen.

Gesamtdruckerhöhung:

$ \Delta p_t = p_{d2} + p_{d1} - p_{s1} $

 

Wenn die Ansaugfläche gleich der Ausblasfläche ist:

$ \Delta p_t = -p_{s1} $

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D   Saugseitig und druckseitig angeschlossen.

Gesamtdruckerhöhung:

$ \Delta p_t = p_{s2} - p_{s1} + (p_{d2} - p_{d1}) \\ = \Delta p_s + (p_{d2} - p_{d1}) $

 

Wenn die Ansaugfläche gleich der Ausblasfläche ist, ist die Gesamtdruckerhöhung $ \Delta p_t $ gleich der statischen Druckerhöhung $ \Delta p_s $ da $ p_{d1} $ gleich $ p_{d2} $ ist.

Unsere Ventilatorauswahl

Die Verwendung der verschiedenen Ventilatorauswahlmethoden sollte nur für eine Vorauswahl verwendet werden. Für die Endspezifikation sollten die gemäß DIN 24 166 notwendigen Daten einem unserer technischen Verkaufsingenieure aufgegeben werden, um die für den gewünschten Anwendungsfall bestgeeignetsten Ventilatoren auszuwählen.

Datenblätter

Zur Vermeidung von Unklarheiten haben wir generelle Axial- und Radial-Datenblätter entwickelt, mit denen der Lieferumfang genau spezifiziert wird. Die Kunden sind aufgerufen, sorgfältig zu prüfen, ob der Ventilator in allen Punkten geeignet ist und im Zweifelsfall nachzufragen.